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n8n vs. Make.com: Welches Tool passt zu Ihnen?

· 9 Min. Lesezeit
Von Redaktioneller QualitätsstandardAktualisiert

Die Wahl des richtigen Automatisierungstools kann den Unterschied zwischen Erfolg und Frustration ausmachen. In diesem Artikel vergleichen wir zwei der beliebtesten Plattformen: n8n und Make.com. Beide haben sich zuletzt deutlich weiterentwickelt – vor allem bei den KI-Funktionen. Wir zeigen, wo die Unterschiede in der Praxis wirklich liegen: bei Hosting, Kosten, Datenschutz und KI-Agenten.

n8n im Überblick

n8n ist eine Open-Source-Automatisierungsplattform, die sowohl selbst gehostet als auch als Cloud-Dienst genutzt werden kann. Sie wurde 2019 gegründet und hat sich schnell eine treue Community aufgebaut.

Stärken von n8n:

  • Open Source mit Self-Hosting-Option
  • Keine Beschränkungen bei Workflows oder Ausführungen (Self-Hosted)
  • Starke Code-Integration (JavaScript/Python)
  • Volle Kontrolle über Daten bei Self-Hosting
  • Native KI-Agenten-Nodes für LLM-Workflows
  • Aktive Community und regelmäßige Updates

Schwächen von n8n:

  • Self-Hosting erfordert technisches Know-how
  • Weniger native Integrationen als Make.com
  • Lernkurve steiler für Nicht-Entwickler

Make.com im Überblick

Make.com (früher Integromat) ist eine cloudbasierte Automatisierungsplattform mit einem visuellen Workflow-Builder. Sie existiert seit 2012 und ist bekannt für ihre benutzerfreundliche Oberfläche.

Stärken von Make.com:

  • Intuitive visuelle Oberfläche
  • Über 2.000 native Integrationen
  • Kein technisches Setup erforderlich
  • Gute Fehlerbehandlung und Debugging-Tools
  • Umfangreiche Vorlagen-Bibliothek

Schwächen von Make.com:

  • Kosten steigen mit Nutzung (Operations-basiert)
  • Kein Self-Hosting möglich
  • Weniger flexibel bei komplexen Code-Anforderungen

Direkter Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen – vom Hosting über das Preismodell bis zu den KI-Fähigkeiten beider Plattformen.

Kriterium n8n Make.com
Hosting Self-Hosting (eigener Server) oder Cloud Nur Cloud (SaaS)
Preismodell Pro Workflow-Ausführung; bei Self-Hosting unbegrenzte Ausführungen Operations-basiert: jeder einzelne Schritt zählt
Integrationen Rund 1.700 Nodes, per HTTP-Request beliebig erweiterbar Über 2.000 native Apps
Code-Support Sehr gut (JavaScript/Python) Gut, aber begrenzt
Lernkurve Mittel bis steil – technisches Grundverständnis hilft Flach bis mittel – sehr visuell
Datenschutz / DSGVO Volle Datenhoheit bei Self-Hosting in der EU EU-Rechenzentren wählbar, Verarbeitung beim Anbieter
KI-Agenten Native KI-Agenten-Nodes mit freier Modellwahl KI-Module und Agenten-Funktionen, stärker vorstrukturiert

Wann ist n8n die richtige Wahl?

n8n spielt seine Stärken überall dort aus, wo Kontrolle, Volumen und Flexibilität zählen. In diesen Szenarien raten wir in Projekten typischerweise zu n8n:

  • Datenschutz und Datenhoheit haben oberste Priorität: Kunden-, Personal- oder Finanzdaten sollen das eigene Haus nicht verlassen – per Self-Hosting auf einem EU-Server bleibt alles unter Ihrer Kontrolle.
  • Hohe Ausführungsvolumen: Ihre Workflows verarbeiten täglich hunderte oder tausende Datensätze – bei Self-Hosting entstehen dafür keine nutzungsabhängigen Zusatzkosten.
  • Custom-Code gehört dazu: Ihre Automationen brauchen JavaScript- oder Python-Logik, eigene API-Aufrufe oder komplexe Datentransformationen.
  • KI-Agenten sind geplant: Sie möchten KI-Workflows mit freier Modellwahl aufbauen, ohne dass sensible Daten über Drittanbieter laufen.

Voraussetzung ist, dass Sie den Betrieb stemmen können – intern oder über einen Partner. Ob eigener Server oder n8n Cloud besser passt, beleuchtet unser Guide n8n Self-Hosting vs. Cloud im Detail.

Wann ist Make.com die richtige Wahl?

Make.com punktet, wenn es schnell gehen soll und niemand einen Server betreiben will. Typische Szenarien, in denen Make die bessere Wahl ist:

  • Schneller Start ohne Setup: Die erste Automation soll noch diese Woche live gehen – ohne Server, Wartung oder IT-Projekt.
  • Fachabteilungen automatisieren selbst: Marketing, Vertrieb oder Backoffice bauen und pflegen Szenarien eigenständig – die visuelle Oberfläche senkt die Einstiegshürde deutlich.
  • Viele SaaS-Tools verbinden: CRM, Newsletter-Tool, Buchhaltung und Projektmanagement – mit über 2.000 nativen Apps ist fast alles ohne Umwege anbindbar.
  • Moderate, planbare Volumen: Ihre Workflows laufen einige hundert Mal im Monat – damit bleiben die Operations-Kosten gut kalkulierbar.

Kosten in der Praxis: eine Beispielrechnung

Auf dem Papier wirken beide Tools günstig – entscheidend ist, wie Ihre Nutzung aussieht. Ein Rechenbeispiel: Ein Workflow zur Rechnungsverarbeitung besteht typischerweise aus 10 bis 20 Einzelschritten. Bei Make zählt jeder dieser Schritte als Operation. Läuft der Workflow 1.000-mal im Monat, kommen so schnell 10.000 bis 20.000 Operations zusammen – und mit jedem weiteren Workflow wächst das Kontingent, das Sie buchen müssen.

Bei n8n zählt dagegen die Workflow-Ausführung als Ganzes, und beim Self-Hosting entfallen nutzungsabhängige Kosten komplett. Dafür kalkulieren Sie einen kleinen Cloud-Server (in der Praxis oft ein niedriger zweistelliger Eurobetrag pro Monat) plus Aufwand für Updates und Monitoring. Als Faustregel gilt: Bei wenigen, schlanken Automationen ist Make meist günstiger, bei vielen Workflows mit hohem Volumen kippt die Rechnung typischerweise zugunsten von n8n. Was Einrichtung und Betrieb durch Lyron kosten, zeigt unsere Preisübersicht.

Geht auch beides? n8n und Make kombinieren

In der Praxis schließen sich die beiden Plattformen nicht aus. Ein bewährtes Muster: Datenkritische Prozesse wie Rechnungs- oder Personal-Workflows laufen auf einer selbst gehosteten n8n-Instanz, während unkritische Marketing-Automationen in Make bleiben. Über Webhooks lassen sich beide Welten sogar direkt miteinander verbinden. Wichtig ist eine klare Regel, welche Datenkategorien in welches Tool dürfen – sonst entsteht schwer wartbarer Wildwuchs.

Fazit

Beide Tools sind ausgezeichnete Automatisierungsplattformen. Die richtige Wahl hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab. Bei Lyron arbeiten wir mit beiden Plattformen und beraten Sie gerne, welche Lösung für Ihr Unternehmen am besten geeignet ist.

Häufige Fragen zu n8n vs. Make

Ist n8n wirklich kostenlos?

Die Community Edition von n8n ist beim Self-Hosting lizenzkostenfrei – es fallen keine Gebühren pro Ausführung an. Kostenlos ist der Betrieb trotzdem nicht: Server, Einrichtung, Updates und Monitoring kosten Geld oder Arbeitszeit. Wer nicht selbst hosten möchte, nutzt n8n Cloud im monatlichen Abo.

Welches Tool ist DSGVO-konformer?

Beide Plattformen lassen sich DSGVO-konform einsetzen. Bei selbst gehostetem n8n bleiben alle Daten auf der eigenen Infrastruktur, etwa auf einem Server in der EU. Make verarbeitet Daten in der Cloud des Anbieters, bietet aber EU-Rechenzentren und einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Für besonders sensible Daten ist selbst gehostetes n8n typischerweise die sauberste Lösung.

Kann ich später von Make zu n8n wechseln?

Ja, ein Wechsel ist jederzeit möglich – einen automatischen Import gibt es allerdings nicht. Workflows werden in n8n neu aufgebaut. In der Praxis migriert man typischerweise schrittweise: zuerst die volumenstarken Prozesse, danach den Rest. Der Umbau ist oft eine gute Gelegenheit, gewachsene Prozesse zu bereinigen.

Welches Tool eignet sich besser für KI-Agenten?

Für KI-Agenten bietet n8n aktuell die ausgereifteren Bausteine: native Agenten-Nodes, freie Modellwahl und die Option, sensible Daten per Self-Hosting im Haus zu behalten. Make erweitert seine KI-Funktionen laufend und eignet sich gut für vorstrukturierte KI-Schritte in bestehenden Szenarien.

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