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Servicetechniker arbeitet an einer technischen Anlage – Gebäudetechnik-Unternehmen digitalisiert Einsatzplanung und Serviceberichte mit individueller SaaS-App
Case Study

Wie eine individuelle SaaS-App einem Gebäudetechnik-Unternehmen über 30 Stunden pro Woche spart

· 10 Min. Lesezeit
Von Redaktioneller Qualitätsstandard

Excel-Plantafel, Papier-Berichte, WhatsApp-Fotos – und Rechnungen erst nach 18 Tagen. Dann kam eine eigene App.

Ein Gebäudetechnik-Unternehmen aus dem Ruhrgebiet mit 38 Mitarbeitenden und 16 Servicetechnikern hatte ein Problem, das fast jeder Servicebetrieb kennt: Die Arbeit draußen lief hervorragend – aber drinnen wurde jeder Einsatz zweimal erledigt. Einmal am Kunden, einmal am Schreibtisch. Das ist die Geschichte, wie wir dafür eine individuelle SaaS-App gebaut haben, die über API-Schnittstellen mit ERP und Microsoft 365 spricht – und dem Team heute mehr als 30 Stunden pro Woche zurückgibt.

Die Ausgangslage: Ein gesunder Betrieb, der an seiner eigenen Verwaltung erstickte

Das Unternehmen – nennen wir es der Vertraulichkeit halber „Kessler Gebäudetechnik" – wartet Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen für Wohnungsgesellschaften, Verwaltungen und Gewerbekunden. Wartungsverträge, Störungsdienst, Notfalleinsätze: rund 60 bis 80 Einsätze pro Woche. Fachlich top, wirtschaftlich solide – und organisatorisch am Limit.

Als wir das erste Mal im Betrieb saßen, hat uns der Geschäftsführer seinen Alltag in einem Satz zusammengefasst: „Meine Techniker reparieren Anlagen in Rekordzeit – aber die Information darüber braucht drei Wochen bis zur Rechnung." Konkret sah der Ablauf so aus:

  • Einsatzplanung in Excel: Zwei Disponentinnen pflegten eine Wochen-Plantafel als Tabelle. Änderungen (und im Störungsdienst ist alles Änderung) bedeuteten: Tabelle umbauen, Techniker anrufen, Zettel drucken. Rund 10 Stunden pro Woche.
  • Serviceberichte auf Papier: Die Techniker füllten Durchschlagformulare aus, fotografierten sie mit dem Handy und schickten sie per WhatsApp ins Büro. Dort wurden sie entziffert und ins ERP abgetippt – etwa 12 Stunden pro Woche, verteilt auf drei Personen.
  • Suchen statt Wissen: „Wann war der Kollege zuletzt an dieser Anlage? Was wurde getauscht?" – solche Fragen kosteten Anrufe, Ordnerwälzen und schätzungsweise 6 Stunden pro Woche.
  • Rechnung nach 18 Tagen: Vom Einsatz bis zur Rechnung vergingen im Schnitt zweieinhalb Wochen. Bei einem sechsstelligen monatlichen Servicevolumen ist das nicht nur ein Prozessproblem, sondern ein Liquiditätsproblem.

Dazu kam ein stiller, teurer Klassiker: Ab und zu ging ein Bericht schlicht verloren – im Fahrzeug, im Chatverlauf, im Papierstapel. Jeder verlorene Bericht war ein Einsatz, der nie abgerechnet wurde.


Warum keine Standard-Software? Die Frage haben wir zuerst gestellt

Wir sind ehrlich: Wenn ein fertiges Tool das Problem löst, empfehlen wir das fertige Tool. Das Unternehmen hatte auch zwei Field-Service-Lösungen getestet – und beide wieder verworfen. Die Gründe sind typisch für den Mittelstand:

  • 80 % Funktionsballast, 20 % Lücke: Die Tools konnten vieles, was niemand brauchte – aber die entscheidenden Eigenheiten (Wartungsverträge mit kundenspezifischen Checklisten, die eigene Anlagen-Nummernlogik) ließen sich nur mit Workarounds abbilden.
  • Lizenzkosten pro Kopf: 16 Techniker plus Büro hätten je nach Anbieter 1.200 bis 2.000 Euro pro Monat gekostet – dauerhaft, mit jährlichen Preiserhöhungen.
  • Das ERP sollte bleiben: Stammdaten, Artikel und Fakturierung lebten im vorhandenen Cloud-ERP. Ein Systemwechsel stand nicht zur Debatte – die neue Lösung musste sich per Schnittstelle einfügen, nicht ersetzen.

Genau diese Konstellation – funktionierender Kern, individuelle Prozesse, keine passende Standardlösung – ist der klassische Fall für individuelle Software. Wie man dabei die Kosten im Griff behält, haben wir in unserem Preis-Leitfaden für individuelle Software beschrieben.


Die Lösung: Ein Einsatzportal als SaaS-App – gebaut um die vorhandenen Systeme herum

Wir haben eine schlanke Web-App entwickelt – intern heißt sie schlicht „das Portal" –, die als zentrale Drehscheibe zwischen Büro, Technikern und den bestehenden Systemen sitzt. Kein neues ERP, kein Datensilo: Die App holt und schreibt ihre Daten über API-Schnittstellen dorthin, wo sie hingehören.

Baustein 1: Auftragsannahme ohne Abtippen

Störungsmeldungen kommen per Telefon, E-Mail oder über ein Meldeformular, das die größten Wohnungsgesellschaften direkt verlinken. Egal welcher Kanal: Im Portal entsteht ein strukturierter Auftrag. Kundendaten, Objektadresse und Anlagenhistorie muss niemand mehr heraussuchen – sie werden über die REST-API des ERP-Systems automatisch gezogen und dem Auftrag zugeordnet.

Baustein 2: Digitale Plantafel statt Excel

Die Disposition plant Einsätze jetzt per Drag-and-drop auf einer digitalen Plantafel. Der Clou steckt in der Integration: Über die Microsoft Graph API gleicht das Portal die Einsätze mit den Outlook-Kalendern der Techniker ab – Urlaub, Schulungen und private Termine sind automatisch sichtbar. Wird ein Einsatz verschoben, bekommt der Techniker eine Push-Nachricht statt eines Anrufs.

Baustein 3: Die Techniker-App – offline-fähig, weil Heizungskeller keinen Empfang haben

Die Techniker nutzen das Portal als Progressive Web App auf ihren vorhandenen Diensthandys – ohne App-Store, ohne Gerätewechsel. Sie sehen ihre Einsätze, die komplette Anlagenhistorie und die zum Wartungsvertrag passende Checkliste. Der Servicebericht entsteht direkt vor Ort: Checkliste abhaken, Fotos aufnehmen, Material erfassen, Kunde unterschreibt auf dem Display. Und weil Heizungskeller notorisch funklochverdächtig sind, funktioniert all das offline – synchronisiert wird, sobald wieder Netz da ist.

Baustein 4: Vom Bericht zur Rechnung – automatisch, aber mit menschlicher Freigabe

Mit der Unterschrift des Kunden passiert im Hintergrund das, was früher Tage dauerte:

  1. Das Portal generiert ein sauberes Bericht-PDF mit Fotos, Checkliste und Unterschrift.
  2. Der Bericht wird über die Microsoft Graph API strukturiert in SharePoint archiviert – pro Objekt und Anlage auffindbar, revisionssicher abgelegt.
  3. Der Kunde erhält den Bericht automatisch per E-Mail – oft bevor der Techniker vom Hof gefahren ist.
  4. Aus erfassten Zeiten und Material erstellt das Portal über die ERP-API einen Rechnungsentwurf.

Wichtig und bewusst so entschieden: Die Rechnung geht nicht automatisch raus. Die Buchhaltung prüft den Entwurf und gibt ihn mit einem Klick frei. Die Maschine übernimmt die Fleißarbeit, der Mensch behält die Kontrolle – dasselbe Prinzip, das sich schon in unserer Kanzlei-Fallstudie bewährt hat.

Technisch umgesetzt mit: individuelle Web-App (SaaS, Progressive Web App mit Offline-Modus), REST-Schnittstelle zum vorhandenen Cloud-ERP (Stammdaten, Aufträge, Rechnungsentwürfe), Microsoft Graph API (Outlook-Kalender, SharePoint-Dokumentenarchiv, E-Mail-Versand), automatische PDF-Generierung, Push-Benachrichtigungen. Gehostet in einem deutschen Rechenzentrum, DSGVO-konform mit Auftragsverarbeitungsvertrag.


Das Ergebnis nach drei Monaten: über 30 Stunden pro Woche – und Rechnungen in 48 Stunden

Die folgenden Zahlen sind die gemessenen Erfahrungswerte dieses einen Betriebs – kein Branchendurchschnitt, sondern ein konkreter Einzelfall nach drei Monaten Echtbetrieb.

Aufgabe Vorher Nachher
Einsatzplanung & Umplanung ~10 Std./Woche ~2,5 Std./Woche
Serviceberichte abtippen ~12 Std./Woche 0 Std. (entfällt komplett)
Suchen von Historie & Dokumenten ~6 Std./Woche ~1 Std./Woche
Zeit vom Einsatz bis zur Rechnung Ø 18 Tage Ø 48 Stunden
Verlorene bzw. nie abgerechnete Berichte einzelne pro Monat 0 (jeder Einsatz erzeugt einen Bericht)

Unterm Strich: über 30 Stunden pro Woche, die vorher in Abtippen, Umplanen und Suchen flossen – heute in Kundenbetreuung, zusätzliche Wartungsverträge und pünktlichen Feierabend. Der Nebeneffekt, den der Geschäftsführer am höchsten hängt: Durch die Rechnungsstellung nach 48 Stunden statt 18 Tagen liegt dauerhaft ein fünfstelliger Betrag weniger in offenen, noch gar nicht gestellten Forderungen.

Aufwand und laufende Kosten:

Gestartet sind wir nicht mit einem Großprojekt, sondern mit einem MVP: Nach sechs Wochen war die erste Version mit Plantafel und digitalem Servicebericht im Einsatz – bewusst nur mit den Funktionen, die sofort Zeit sparen. Die ERP-Rechnungsstrecke und die SharePoint-Archivierung kamen in zwei Ausbaustufen danach. Die App gehört dem Unternehmen: keine Lizenzgebühr pro Nutzer, keine jährliche Preiserhöhung – nur überschaubare Hosting- und Wartungskosten. Was so ein Einstieg kostet, zeigt unsere Preisübersicht (Software-MVP ab 4.900 €).


Drei Dinge, die dieses Projekt gelehrt hat

  • Schnittstellen schlagen Systemwechsel. Der Betrieb musste kein einziges bestehendes System aufgeben. Die App fügt sich per API in ERP und Microsoft 365 ein – dadurch gab es keine Datenmigration, keinen Parallelbetrieb und keine Schulungswochen.
  • Die Techniker entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Wir haben zwei Techniker von Anfang an ins Design geholt. Ergebnis: große Buttons für Handschuhhände, Offline-Modus als Pflichtfeature, Bericht in unter zwei Minuten. Nach zwei Wochen wollte niemand mehr die Durchschlagformulare zurück.
  • Klein starten, am Engpass ansetzen. Nicht „die eine große Lösung", sondern zuerst der Prozess, der am meisten Zeit frisst. Der MVP hat sich rechnerisch in unter vier Monaten amortisiert – alles danach war Ausbau auf gesicherter Basis.

Für wen sich eine individuelle SaaS-App lohnt

Dieses Muster – Excel als Plantafel, Papier oder WhatsApp als Berichtsweg, doppelte Datenerfassung, späte Rechnungen – finden wir nicht nur in der Gebäudetechnik. Es steckt in Elektro- und Sanitärbetrieben, im Anlagenbau, bei Hausverwaltungen, Prüfdiensten und Logistikern. Die Faustregel aus unserer Projekterfahrung: Wenn ein Team pro Woche zweistellige Stundenzahlen damit verbringt, Informationen von einem Medium in ein anderes zu übertragen, ist eine individuelle App mit sauberen Schnittstellen fast immer günstiger als drei Jahre Weiterwurschteln – und oft günstiger als die Standard-Software-Lizenzen im selben Zeitraum.

Ähnliche Effekte mit reiner Prozessautomatisierung statt eigener App zeigt übrigens unsere Fallstudie über einen Sanitärbetrieb in NRW – manchmal reicht das schon. Welcher Weg passt, klärt sich in einem Gespräch meist in 30 Minuten.


Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn in Ihrem Betrieb Excel die Einsatzplanung trägt, Berichte per Foto durchs Unternehmen wandern und zwischen Einsatz und Rechnung Wochen liegen – dann lohnt sich ein Gespräch.

Wir bieten ein kostenloses Erstgespräch an, in dem wir gemeinsam schauen, wo Ihr größter Zeitfresser sitzt – und ob eine individuelle App, eine Automatisierung oder schlicht ein besserer Prozess die richtige Antwort ist.

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Hinweis: Dieser Beitrag schildert einen anonymisierten Praxisfall; Firmenname und einzelne Details wurden zum Schutz des Kunden verändert. Die genannten Zeitersparnisse sind die Erfahrungswerte dieses konkreten Projekts und keine zugesicherten Ergebnisse.

Über Lyron: Lyron ist eine Beratung für Automatisierung und individuelle Software aus dem Raum Düsseldorf/Neuss. Wir bauen für kleine und mittlere Unternehmen Web-Apps, interne Portale und SaaS-Tools mit sauberen API-Schnittstellen – und automatisieren die Prozesse drumherum.